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Selbstverletzendes Verhalten

Viele Menschen wissen nicht das es etwas wie Selbstverletzendem Verhalten (SVV) gibt. Für die meisten ist das unlogisch, unverständlich und verrückt. Doch das stimmt nicht, es sind einfach Menschen die mit ihren Spannungen, ihren Ängsten nicht klar kommen. Die sich schneiden, ritzen, verbrennen usw. um sich von diesen Gefühlen zu befreien!

Selbstverletzendes Verhalten ist ein zunehmendes Phänomen, vor allem bei Mädchen und jungen Frauen.
Fast immer beginnt SVV in der Pubertät. Sie ist eine schwierige Zeit, in der man die ersten Schritte in die Welt des Erwachsenseins macht, in der man für sich selbst verantwortlich ist und in der man ein großes Aggressionspotenzial entwickelt. Meistens sind davon Mädchen betroffen, die mit sich selbst oder der Welt nicht klar kommen, die ein Kindheitstrauma erfahren haben, die nicht mit ihren Gefühlen umgehen können, oder eine Abneigung gegen sich selbst haben.

Der Großteil kann mit negativen Erfahrungen und Erlebnissen nicht umgehen, somit nutzen SVV als ihr „Ventil“. Sie bauen damit Emotionen ab, mit denen sie nicht umgehen können und bei denen es ihnen schwer fällt, darüber zu reden. Sie ritzen sich, wenn es ihnen seelisch schlecht geht, wenn sie Probleme haben, sei es mit Freunden, Schule oder Eltern. Sie können nicht darüber reden und dadurch baut sich ein innerlicher Druck auf, den sie damit abbauen, indem sie sich selbst verletzen.

Danach baut sich ein Gefühl der Befreiung und Entspannung auf. Aber sie schneiden nicht, um sich – gut - zu fühlen, sondern um sich - nicht mehr schlecht - zu fühlen. Doch dann kommt irgendwann ein anderes Gefühl auf. Bei manchen ist es eine emotionale Taubheit, die für die Betroffenen bedeutet, dass sie momentan nichts berührt und sie nicht verletzt werden können, bei anderen ist es ein kleiner Moment, in dem sie denken, dass das eigentlich abartig ist, was sie da tun. Wieder andere fühlen sich am nächsten Tag schuldig und sind traurig, dass sie es nicht verhindert haben oder auch nicht verhindern konnten.

Viele stellen sich die Frage, ob es sich bei SVV um eine Krankheit, oder einen stillen Hilferuf handelt. Es handelt sich aber um beides. SVV ist ein Symptom einer Krankheit und gilt gleichzeitig als Hilferuf, wenn auch nicht nach außen. Es ist eine Art Sucht, von der man nicht einfach loskommt. Es ist ein „Medikament“, mit dem man sicht irgendwie selbst hilft. Jedoch auch insofern ein Hilferuf, weil man eigentlich Hilfe haben will, aber sich verbal nicht dazu äußern kann. Manche reden stundenlang mit FreundInnen, schreiben Tagebuch, lenken sich ab.

SVV ist kein Selbstmordversuch!

Genaue Zahlen darüber, wie viele Menschen sich selbst verletzen, gibt es nicht, aber es sind fünfmal mehr Mädchen davon betroffen als Jungen. Warum mehr Mädchen davon betroffen sind, lässt sich dadurch erklären, dass Mädchen von der Gesellschaft her eher ruhiger und fürsorglicher sein sollen als Jungen. Aggressionen dürfen und können sie oft nicht ausleben. Mädchen richten ihre Aggression meist erst gegen ihre Mutter. Da sie dabei aber Angst vor Liebesentzug haben, richten sie ihre Aggression nach innen, wohingegen Jungs fremdaggressiv reagieren

Quelle: Yaez -Jugendmagazin und Sucht.de

Artikelfortsetzung

Wenn du dich selbst verletzt

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