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Der Unterschied zwischen Männern und Frauen

... so schaut's in 10 Jahren aus :- )) ...

Einem Mann namens Gerhard gefällt eine Frau namens Susanne. Er fragt sie, ob sie ins Kino gehen will, sie sagt ja, und beide verbringen einen sehr lustigen Abend.
Ein paar Tage später lädt er sie zum Abendessen ein, und sie haben wieder viel Spaß. Fortan treffen Sie sich regelmäßig, und nach einiger Zeit trifft sich keiner von beiden mit irgendjemand anders mehr.

Eines Abends, als sie nach Hause fahren, schießt ein Gedanke durch Gerhards Kopf und, ohne richtig drüber nachzudenken, spricht er ihn aus:
"Ist Dir klar, dass wir uns mit dem heutigen Abend seit genau 6 Monaten treffen?"

Stille.

Gerhard kommt die Stille sehr laut vor. Er denkt:
"Oje, ob es sie nervt, dass ich das gesagt habe? Vielleicht fühlt sie sich durch unsere Beziehung eingeschränkt, oder sie fühlt sich von mir in eine Pflichtrolle gedrängt?"

Und Susanne denkt sich "Wow, 6 Monate."

Und Gerhard denkt sich:
"Moment, ich bin gar nicht sicher, ob ich so eine Art Beziehung will. Manchmal hätte ich lieber mehr Freiraum, ich werde Zeit brauchen, mir zu überlegen, ob ich so weiter machen will. Ich meine, wo führt uns das hin? Wird es immer so weiter gehen, oder schreiten wir auf eine Ehe zu? Vielleicht sogar auf Kinder? Darauf, unser restliches Leben miteinander zu verbringen? Bin ich bereit, diese Verpflichtung einzugehen? Kenne ich diesen Menschen überhaupt?

Und Susanne denkt sich:
"Hm, das heißt, es war ... mal sehen ... Februar ... als wir anfingen, uns zu treffen, das war gleich nachdem ich den ManagerinnenKurs gemacht hatte, das heißt ... ich könnte um Gehaltserhöhung ansuchen"

Und Gerhard denkt sich:
"Sie ist besorgt. Ich sehe es in ihrem Gesicht. Vielleicht war mir nicht ganz klar, wie sie die Sache sieht. Vielleicht will sie mehr von unserer Beziehung, mehr Intimität, eine tiefere Bindung, vielleicht hat sie, sogar schon vor mir gespürt, dass ich mich zu sehr zurückhalte. Ja, das ist es. Deswegen spricht sie so selten über ihre Gefühle.Sie hat Angst, zurückgewiesen zu werden."

Und Susanne denkt sich:
"Ich sollte auf jeden Fall noch einmal mit dem Generaldirektor reden. Ist mir völlig egal, was die männlichen Kollegen sagen, ich werde die Gehaltserhöhung bekommen - schließlich bin ich eine qualifizierte Frau"

Und Gerhard denkt sich:
"Sie ist sauer. Ich kann's ihr nicht übel nehmen, ich wär's auch. Ich fühle mich so schuldig, ihr das anzutun, aber ich kann nichts für meine Gefühle, ich bin einfach unsicher.

Und Susanne denkt sich:
"Ich könnte auch noch meine Business Englisch verbessern um den Job in Amerika zu bekommen"

Und Gerhard denkt sich:
"Wahrscheinlich bin ich viel zu idealistisch, und warte auf einen Prinzessin auf einem weißen Pferd, während ich hier neben einem superlieben Menschen sitze, einem Menschen, mit dem ich gern zusammen bin, um den ich mich wirklich sorge und der sich wirklich um mich sorgt. Einem Menschen, der wegen meiner selbstherrlichen Schuljungenfantasien leiden muss.

Und Susanne denkt sich:
"Ich werde die nächste Frau im Aufsichtsrat der Firma sein und 10.000 €uro im Monat verdienen."

"Susanne", sagt Gerhard laut.

"Was?" sagt Susanne erschrocken.

"Bitte quäl dich nicht so", sagt er, während sich seine Augen mit Tränen füllen. "Vielleicht hätte ich niemals … Oh Gott, ich fühle mich so ..."
(er verstummt, schluchzt).

"Was?" sagt Susanne.

"Ich bin so dumm", schluchzt Gerhard, "Ich meine, ich weiß, dass es nie eine Prinzessin geben wird. Es ist so dumm. Weder eine Prinzessin noch ein Pferd."

"Es gibt kein Pferd?", fragt Susanne.

"Du denkst auch, dass ich dumm bin, oder?", sagt Gerhard.

"Nein!", sagt Susanne, froh, endlich eine richtige Antwort zu haben.

"Die Sache ist die ... es ist einfach so ... ich brauche ein wenig Zeit", sagt Gerhard.

(Es entsteht eine 15-sekündige Pause, in der Susanne versucht, so schnell sie kann mit einer sicheren Antwort aufzuwarten. Endlich fällt ihr etwas ein, das funktionieren sollte.)

"Ja", sagt sie.

(Gerhard, tief bewegt, berührt ihre Hand) "Oh Susanne, denkst du wirklich so darüber?" fragt er.

"Worüber?" fragt Susanne.

"Über ein wenig mehr Zeit" sagt Gerhard.

"Oh", sagt Susanne, "Ja!"

(Gerhard dreht sich zu ihr und sieht ihr tief in die Augen, wodurch sie schrecklich nervös darüber wird, was er als nächstes sagen wird, besonders, wenn darin ein Pferd vorkommen sollte. Endlich spricht er.)
"Danke, Susanne", sagt er.

"Ich danke Dir:", sagt Susanne

Dann bringt sie ihn nach Hause, wo er sich auf sein Bett legt, eine von Konflikten geschüttelte, gequälte Seele, und bis in den Morgen weint.

Susanne fährt nach Hause, holt sich eine Flasche Chardanay, dreht den PC auf, und bereitet eine Präsentation für die japanischen Kunden vor. Eine leise Stimme irgendwo in ihrem Kopf sagt ihr, dass heute im Auto höchstwahrscheinlich etwas wirklich wichtiges passiert ist, aber sie ist sicher, dass sie niemals verstehen würde, was das war, also beschließt sie, nicht weiter darüber nachzudenken.

Am nächsten Tag wird Gerhard seinen besten Freund anrufen, vielleicht sogar noch einen zweiten, und mit ihm 6 Stunden lang über die ganze Sache reden. In sorgfältiger Detailarbeit werden sie alles was er sagte, und auch alles was sie sagte, analysieren, jedes Wort, jeden Ausdruck, jede Geste, um Nuancen in der Bedeutung des gesagten zu finden, und um jede mögliche Variante durchzugehen. Das ganze wird sich wochenlang, wenn nicht monatelang hinziehen, ohne jemals in einer plausiblen Schlussfolgerung zu enden, aber auch, ohne jemals langweilig zu werden.

Irgendwann während dieser Zeit wird Susanne, während eines Squashmatches mit einer Freundin, die sie beide kennt, kurz innehalten und fragen "Petra, hat Gerhard mal ein Pferd gehabt?".

Und das ist der Unterschied zwischen Männern und Frauen im Jahr 2013.

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