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Ich habe dir nie einen Rosengarten versprochen

Bericht einer Heilung
von Hannah Green

Die Welt ist kein Rosengarten. Das erfährt Deborah Blau bereits als kleines Mädchen. Ihre Eltern erwarten Großes von ihrer ältesten Tochter, die Ärzte belügen sie und im Sommerlager hat sie sich gegen judenfeindliche Angriffe zu wehren.

So erschafft sie sich ihre eigene Welt Yr und ihre eigenen Götter mitsamt einer eigenen Sprache, nämlich Yri. Dies bietet ihr die Möglichkeit der realen Welt zu entfliehen. Deborahs Götter sind ihre Freunde, sie lacht mit ihnen, sie kann ihnen ihre Geheimnisse anvertrauen, sie spenden ihr immer Trost und sind immer für sie da. Doch mit der Zeit wird es eine Qual für sie. Der Zensor kontrolliert alles was sie tut und sie wird von ihren Göttern verspottet und ausgelacht. Als sich nun auch diese strahlende Welt allmählich in eine Welt voller Terror, Qual und Pein verwandelt, kann Deborah ihren Ruf nach Hilfe nur in Form eines Selbstmordversuchs zum Ausdruck bringen.

Ihre Eltern wollen nicht glauben, dass ihre Tochter verrückt ist. Erst nach diesem missglückten Selbstmordversuch ist Ihnen klar, dass Deborah Hilfe braucht. Schweren Herzens, den Ernst der Lage aber immer noch verkennend, bringen sie ihre Tochter in die Psychiatrie.

Dort kommt sie erst auf die Station B, bald aber nach einem schweren Anfall auf die geschlossene Abteilung D. Sie verbringt Monate und dann Jahre in dieser Klinik und es scheint, dass ihr Zustand immer schlimmer wird. Ihre Ärztin, Frau Dr. Fried, kann so nach und nach in ihre Welt Yr eindringen, aber Debbie weigert sich standhaft Yr aufzugeben und sich der realen Welt zu stellen, zumal auch Frau Dr. Fried sagt „ Ich habe Dir keinen Rosengarten versprochen“. Durch die Beziehung zu ihrer Ärztin, die äußerst geduldig, einfühlsam, aber auch aufdeckend und realitätsorientiert ist, wird ein Heilungsprozess in Gang gesetzt. Die Heilung besteht darin, die reale Welt auch dann zu akzeptieren, wenn sie kein "Rosengarten" ist.

Am Ende des Romans ist Deborah in der Lage auf ihre psychotische Traumwelt zu verzichten und wieder ins reale Leben zu gehen.

Die Autorin Hannah Green (Pseudonym) verbrachte selbst einige Zeit in der Psychiatrie und beschreibt somit ihre eigene Geschichte und Erfahrung. Dadurch wirkt das Buch nicht wie ein "Bilderbuch-Roman", sondern bringt die Empfindungen und Ängste beider Seiten, der Deborahs und ihrer Familie, näher und macht das Thema psychischer Störungen verständnisvoller und nachvollziehbar. Sie erzählt vom schweren Weg zur Gesundung, der auch mit vielen Rückschlägen gepflastert ist. Die Ursachen für die Erkrankung werden teilweise offengelegt, obwohl diese noch keine vollständige Erklärung für die Psychose abgeben.

Die Hauptqualität des Romans liegt wohl aber darin, dass er auch einem normalen Menschen ermöglicht, sich in die Situation eines schizophrenen Menschen zu versetzen.
Deborahs Welt zu verstehen, sich in das Denken und Fühlen hineinzuversetzen , ihren Kampf gegen ihre Krankheit, ihren Willen, sich der realen Welt zu stellen und ihre Rückschläge mitzuerleben ist ein Leseerlebnis der anderen Art.

Rezension von Manuela Szakats im August 2013

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