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Vorsicht K.O.Tropfen

Eine 27jährige Wienerin starb nach einem Schluck aus einer Wasserflasche. Sie ahnte nicht, dass in der Flasche ihres Bekannten Liquid Ecstasy ist und dies ihr Todesurteil sein wird.

Zum Fortgehen gehört ausgelassenes Feiern, Fröhlichkeit und Genuss. Nicht immer aber bleibt es dabei.
Denn manche Mädchen und junge Frauen erfahren sexuelle Gewalt nach unbemerkter Verabreichung von K.O. Tropfen.

In den letzten Jahren hat sich eine völlig neue Dimension im Bereich der sexuellen Gewalt gegen Mädchen und Frauen gezeigt: “Gewaltanwendung unter Einsatz von narkotisierenden Substanzen“.
In England gibt es unter dem Begriff des „drug rape“ bereits eine eigene Kategorie für Verbrechen dieser Art. Synonym zum „date rape“ beschreibt dieser Begriff die Ausnutzung der klassischen „Fortgehsituation“ durch die Täter, der Konsum von alkoholischen Getränken gehört zum „Fortgehen“ dazu.

Die Täter nutzen die Tatsache, das K.O. Tropfen farb,- geruch- und geschmacklos sind und nur über kurze Zeit(7 – 10h) im Blut bzw. Urin der Opfer nachweisbar sind.

Der Konsum von K.O. Tropfen wird den Opfern meist gar nicht bewusst, sie erkennen oft nur an den Folgen, dass sie Opfer von K.O. Tropfen waren.

Betroffene Mädchen berichten, einen Erinnerungsverlust (Filmriss) erlitten zu haben, verspüren am Tag danach massive körperliche Beschwerden (Erbrechen, Kopfschmerzen, Schwindel...) und die Beeinträchtigungen standen in keinerlei Relation zur konsumierten Alkoholmenge.
Wenn zu diesen Beschwerden auch noch körperliche Anzeichen für einen sexuellen Übergriff kamen (Blutergüsse, Schmerzen im Unterleib, Spermaspuren, etc.) war für die Opfer die Tatsache, dass jegliche Erinnerungen fehlten, extrem belastend.

Der Schock und seelische Schmerz werden durch die fehlenden aktiven Erinnerungen nicht gemildert, eher das Gegenteil ist der Fall. Betroffene leiden darunter, nicht zu wissen, wer der oder die Täter waren und in welcher Form ihnen Gewalt zugefügt wurde.

Dazu kommt, dass das fehlende Erinnerungsvermögen und die Tatsache, dass die Substanzen nur kurze Zeit medizinisch nachweisbar sind, diese Fälle juristisch nur schwer fassbar machen und die Täter so gesehen nur geringe Gefahr laufen, überführt zu werden.


Bei Verabreichung von K.O. Tropfen ist es unbedingt notwendig, dass ihr so rasch wie möglich Zugang zu ÄrztInnen bekommt, die Nachweisbarkeit der Substanzen ist nur auf einen sehr kurzen Zeitraum beschränkt!


Tipps

  • Lass dein Getränk nicht unbeaufsichtigt stehen
  • Nimm kein offenes Getränk von Leuten an, die du nicht kennst
  • Wenn dir schlecht wird und du dich benommen fühlst, wende dich an FreundInnen oder an das Barpersonal
  • Kümmere dich um deine Freundin, wenn sie betäubt und willenlos wirkt
  • "Mit Freundinnen kommen, mit Freundinnen gehen" ist eine der besten Schutzmöglichkeiten

Was tun bei Verdacht auf einen sexuellen Übergriff?

  • Bist du dir sicher, nicht übermäßig viel Alkohol getrunken zu haben und wenn du dennoch massive Gedächnislücken hast, kann dies ein Zeichen für die Verabreichung von K.O. Tropfen sein.
  • Wenn du außerdem glaubst, dass es zu einem sexuellen Übergriff gekommen ist, wende dich möglichst rasch an den Frauennotruf in deiner Umgebung oder an die Polizei.


Das Frauennotrufteam ist aus ganz Österreich von 0 bis 24 Uhr unter der Telefonnummer:01 71 71 9 erreichbar.

Autorin:
Teresa Lugstein
Mädchenbeauftragte des Landes Salzburg
make it


Falls ihr oder eure Freundinnen schon einmal Erfahrungen mit K.O.-Tropfen gemacht habe, könnt ihr euch jederzeit an unser Helpdesk wenden!

Informationsoffensive gegen K.O. Tropfen

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