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Wo sich die Armut versteckt

Arme Kinder werden zu armen Erwachsenen - Die Ausstellung "Berührpunkt" dreht sich um Ausgrenzung und Chancenlosigkeit von betroffenen Jugendlichen.Von 22. März bis zum 27. Juni wird die interaktive Ausstellung „Berührpunkt“ auf Initiative der österreichischen Kinder- und Jugendanwaltschaften durch alle Landeshauptstädte touren.

Langsam, aber stetig breitet sich Existenzangst im Körper des Mädchens aus. Ihr Name ist Nora. Die Scheidung der Eltern und die darauf folgende Einsamkeit mit ihrer Mutter lösten in ihr eine tiefe Krise aus. Sie pendelt zwischen dem heutigen, normalen Leben eines Jugendlichen und dem eines von ihrer Perspektive aus gesehenen "armen Wichts" hin und her. Geld für Ausflüge mit ihrer Schulklasse hat ihre Mutter nicht. Mittlerweile fragen ihre Schulkollegen nicht mehr nach dem Grund ihres Fehlens bei diesen Aktivitäten.

"Kinder und Jugendliche sollten die gleichen Chancen und Möglichkeiten haben wie Erwachsene, aber das ist nicht so", betont Monika Pinterits bei der Auftaktveranstaltung zur Ausstellungseröffnung "Berührpunkt" - einer Initiative der österreichischen Kinder- und Jugendanwaltschaft.

Die Jugendanwältin Pinterits zieht ihr Fazit aus den aktuellen Zahlen der Statistik Austria, dass "arme Kinder zu armen Erwachsenen" und "reiche Kinder zu reichen Erwachsenen" werden.
Die Studie zeigt dies schwarz auf weiß: Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 19 Jahren machen über ein Viertel, also etwa 26 Prozent, aller armutsgefährdeten Personen in Österreich aus. 126.000 Buben und 147.000 Mädchen leben in einem Haushalt mit einem Einkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle.

Hierzu ein Beispiel: Zu mir kam einmal eine Mutter in Beratung, die mir erzählt hat, dass sie froh sei, dass im Sommer der Eintritt in Schwimmbäder für die Kinder gratis ist. Sie selbst habe nämlich nicht einmal das Geld, um es ihrem Sohn für eine Wurstsemmel mitzugeben. Weiters erzählte sie mir, dass sich ihr Sohn schäme, wenn er ein mitgenommenes Brot vor seinen Freunden auspacken muss, weil die sich eine Wurstsemmel gekauft haben", gibt Anton Schmid, Kinder- und Jugendanwalt, ein alltagsgetreues Beispiel wieder.


Geschichten wie diese werden bei der Ausstellung
"Berührpunkt - Jugend ohne Netz" in einem Container erzählt. Die BesucherInnen können sich, wie im richtigen Leben, zwischen zwei verschiedenen Wegen entscheiden. Entscheiden sie sich für die Lehre oder das Leben zu Hause? Nehmen sie die Familie oder die Freunde?

" Es sei jedoch schwierig, die Armut in Österreich genau festzumachen, "da Armut sich versteckt. Niemand redet offen darüber, weil es eine Herabsetzung des Selbstvertrauens ist",

Niemand weiß, wann Noras Angst verschwinden wird oder ob sie es schafft, sie zu besiegen. Doch es gibt Menschen, die immerhin versuchen, ihr dabei zu helfen

Eisenstadt Fußgängerzone
vom 20. 6. -25. 6. 2007

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