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"Sophie Scholl - Die letzten Tage" eine Rezension von Romy

Widerstand gegen Hitler und das Naziregime. Nur wenige Deutsche hatten den Mut, offen dagegen aufzubegehren. Sophie Scholl war eine von ihnen.

Sophie Scholl (1921 - 1943)

Sophie Scholl wurde am 9. Mai 1921 als zweitjüngste der insgesamt fünf Scholl-Geschwister geboren. Die vier Jahre Abstand zur ältesten Schwester Inge und die drei Jahre zum älteren Bruder Hans erlaubten ihr eine andere Entwicklung. Denn die anfängliche Begeisterung der geschwisterlichen Leitfiguren Inge und Hans für BDM und HJ teilte sie nur in noch beinahe kindlicher Imitation, als 12-Jährige. Ab dem vierzehnten Lebensjahr erlebte sie immer bewusster die Konflikte ihrer Geschwister mit, die zur Abkehr vom linientreuen Jugendkult der Nationalsozialisten führten.
Diese Abkehr vollzog sie selbst schon frühzeitig und auf ihre Art - in einer leisen Entschiedenheit. Über den Krieg, den Hitler mit dem Überfall auf Polen am 1. September 1939 begonnen hatte, wurde sich Sophie Scholl schneller, entschiedener und radikaler klar als die männlichen Mitglieder der "Weißen Rose". Sie selbst entzog sich nach dem Abitur 1940 dem verhassten Arbeitsdienst durch eine Kindergärtnerinnen-Ausbildung und weigerte sich beispielsweise, das "Winterhilfswerk" für die deutschen Soldaten zu unterstützen.

Sophie Scholls Wunsch, mit ihrem Bruder Hans zu studieren, ging nach einjähriger Wartezeit Anfang Mai 1942, wenige Tage vor ihrem 21. Geburtstag, in Erfüllung. In München schrieb sie sich für Biologie und Philosophie ein. Dort lernte sie den Freundeskreis ihres Bruders kennen, dessen literarische und religiöse Interessen sie teilte. Sie ging gemeinsam mit Alexander Schmorell ihren künstlerischen Interessen nach - Sophie Scholl war eine begabte Zeichnerin - und reihte sich irgendwann im Lauf des Jahres in die "Weiße Rose" ein.
Nach der Rückkehr ihres Bruders und seiner Freunde von der Front arbeitete Sophie Scholl an der Herstellung und Verbreitung der Flugblätter mit und brachte beispielsweise einen Koffer mit etwa 2.500 Flugblätter im Zug nach Ulm, von wo aus die Schüler Hans Hirzel und Franz Müller unter Mithilfe von Susanne Hirzel die Flugschriften der Widerstandsgruppe "Weiße Rose" verbreiteten.
Sophie Scholl zeigte sich in der Haft unerschrocken. Sie weigerte sich in den Gestapo-Verhören, sich als die unbedarfte und unwissende Helferin ihres Bruders darzustellen, die ohne politisches Bewusstsein und aus reiner Geschwisterliebe gehandelt hatte. Vielleicht hätte ihr diese Strategie das Leben gerettet. Und Sophie Scholl lebte gerne, sie wollte keine Märtyrerin sein. Aber sie musste ihrem Gewissen folgen.
Sophie Scholl wurde am 22. Februar 1943 hingerichtet.

Zum Film: "Sophie Scholl - Die letzten Tage"

Am 18. Februar 1943 unternahmen Sophie und Hans Scholl ihre sechste Flugblattaktion an der Münchner Universität. Die beiden Mitglieder der "Weißen Rose" hinterlegten im Hauptgebäude Aufrufe zum Widerstand gegen die Nazis. Bevor Sophie und Hans Scholl das Gebäude verlassen konnten, wurden sie vom Hausmeister aufgehalten und kurz darauf von der Gestapo abgeführt.
In den folgenden Tagen lieferten sich die 21-jährige Sophie Scholl und Robert Mohr, ein Vernehmungsprofi der Gestapo mit 26 Jahren Erfahrung, einen Psychokrieg. Die junge Frau nahm lieber den Tod in Kauf, als die anderen Mitglieder der Widerstandsgruppe "Weiße Rose" zu verraten.
Nur wenige Tage später wurde den Geschwistern und ihrem Mitstreiter Christoph Probst der Prozess gemacht. Die Anklage lautete auf "landesverräterische Feindbegünstigung, Vorbereitung zum Hochverrat und Wehrkraftzersetzung".
Roland Freisler, Präsident des Volksgerichtshofs, reiste aus Berlin nach München und inszenierte einen Schauprozess. Am 22. Februar, um 12.45 Uhr, stand das Urteil fest: Die drei Angeklagten erwartete die Todesstrafe.
Vier Stunden später wurden Sophie Scholl, Hans Scholl und Christoph Probst hingerichtet.
Hauptdarstellerin Julia Jentsch wurde bei den 55. Internationalen Filmfestspielen in Berlin mit einem Silbernen Bären als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Marc Rothemund erhielt einen Silbernen Bären für die beste Regie.

Quelle: Bayrischer Rundfunk

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