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Wer die Nachtigall stört

Galadriel (Anna) hat uns eine Rezension eines ihrer "absoluten Lieblingsfilme" geschrieben. " Wer die Nachtigall stört" eine tolle Verfilmung eines Themas, das leider nach wie vor aktuell ist.

Wer die Nachtigall stört
To Kill A Mockingbird
USA, 1962
Nach der gleichnamigen Erzählung von Harper Lee

Eine Kleinstadt in Alabama in den 30er-Jahren: der Rechtsanwalt Atticus Finch (Gregory Peck) wird als Pflichtverteidiger für einen Farbigen bestellt, der angeklagt ist, eine Weiße vergewaltigt zu haben. Doch damals wie heute ist Rassismus nicht aus der Welt: die Einwohner des verschlafenen Ortes lassen Finch spüren, wie sie zu einem vormals geachteten Rechtsanwalt stehen, der einen Farbigen unterstützt.
Wunderschön erzählt wird aus der Perspektive von Atticus’ Tochter Scott alias Jane Louise (Mary Bedham). Und so steht auch die Arbeit ihres Vaters für die Kinder nicht unbedingt im Vordergrund. Die Welt der Kinder ist nämlich viel spannender: ob Mutproben, Spiele oder Prügeleien – in den zwei aufeinander folgenden Sommern, in denen die Handlung spielt, ist bei Scott und ihrem Bruder Jem (Philip Alford) viel los.
Doch ganz unverschont von der kriselnden Atmosphäre in der Stadt bleiben die beiden nicht, auch wenn Atticus als liebe- und verständnisvoller Vater immer versucht, sie über die Geschehnisse aufzuklären und sie zu offenen, toleranten Menschen zu erziehen.
Schließlich findet der Prozess statt und es kommt zu einem dramatischen Ende...

»You never really understand a person until you consider things from his point of view...Until you climb inside of his skin and walk around in it.« (Buchzitat)

So genau kann man die Handlung eigentlich gar nicht erzählen. Man muss diesen wunderschönen, atmosphärisch stimmungsvollen Film einfach selbst sehen – um dann den Erfinder des Farbfilms zu verfluchen! Die Tatsache, dass „Wer die Nachtigall stört“ schwarz-weiß und über vierzig Jahre alt ist, trägt enorm zum Filmgenuss bei: das langsamere (Schnitt-)Tempo, die größere Intensität (weil ohne Farbe) und Gregory Peck, der für diese Rolle auch einen wohlverdienten Oscar bekam.
Grandios sind auch die Schauspielleistungen der Darsteller von Scout und Jem – absolut echt und lebendig.

Kurz, es ist kein Film zum Berieseln lassen, obwohl er simpel und aus der Sicht eines sechsjährigen Mädchens (allerdings im Rückblick) erzählt wird. „Wer die Nachtigall stört“ ist ein zeitloses Plädoyer gegen Rassismus, ein kritisches Bild der kleinbürgerlich-amerikanischen Gesellschaft – und einer meiner absoluten Lieblingsfilme.

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