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90 Jahre Frauenwahlrecht in Österreich

Vor 90 Jahren durften die Frauen in Österreich zum ersten Mal wählen - Heute sind Frauen zwar auf dem Papier gleichberechtigt, die Wirklichkeit schaut aber noch immer ganz anders aus.

Es war ein langer Kampf, aber am 16. Februar 1919 war es endlich so weit: Bei der Wahl zur Konstituierenden Nationalversammlung durften in Österreich zum ersten Mal auch alle Frauen wählen.
Vor 1907 war es über das „Kurienwahlrecht“ nur ein paar Großgrundbesitzerinnen erlaubt, mittels eines männlichen Bevollmächtigten, der "ihr" Kreuz machte, mitzuwählen.
Aber auch diese Frauen verloren mit der Einführung des Männerwahlrechts im Jänner 1907 das Stimmrecht.


Erst der Beschluss des "allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Stimmrechts aller Staatsbürger ohne Unterschied des Geschlechts" vom 12. November 1918 unter Karl Renner öffnete allen Frauen den Zugang zu Wahlen.
Wer wählen wollte, musste 20 Jahre alt sein, wer gewählt werden wollte 29 Jahre alt.

142 Frauen wollten nicht nur wählen, sondern auch gewählt werden und kandidierten für ein Mandat. Meist an aussichtsloser Stelle. Aber nach Auszählung der Stimmen war klar, dass von den 170 Abgeordnetensitzen acht Frauen - sieben Sozialdemokratinnen, eine Christlichsoziale - gehören würden, also 4,7 Prozent Frauenanteil.

Die ersten Forderungen waren:

Gleicher Zugang zu Bildung, gleicher Lohn für gleiche Leistung,
mehr Kinderbetreuungseinrichtungen, bessere Sozialversicherung und
besseres Arbeitsrecht - einige Forderungen sind bereits verwirklicht worden geworden, an vielen muss jedoch nach wie vor gearbeitet werden!

Was die politische Repräsentation von Frauen betrifft, gibt es in Österreich - im Vergleich zu anderen EU-Ländern - einen Stillstand. Seit 2002 gibt es gar einen Rückschritt, der Frauenanteil im Nationalrat sank von 34,4 Prozent auf 32,8 (2005) und liegt nun bei 28,4 Prozent.

Neun Jahrzehnte, nachdem das Frauenwahlrecht erkämpft wurde, existiert zwar auf rechtlicher Ebene Gleichberechtigung, aber faktisch gibt es sie in vielen Bereichen noch immer nicht.

Es ist noch viel zu tun!!!

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